Effektive Übungen sind Gold wert. Auf Seite 27 geht es insbesondere um die Rotationsbewegung der zwei Schlägel in einer Hand. Damit sowas zu üben auch Spaß macht und man schließlich das Zwölftonsystem der Marimba immer besser versteht, habe ich diesmal zwei Motive (in Dur und Moll) nur mit Triolen ausgewählt. Zum Dur-Dreiklang gesellen sich Sekunde (= None) und Sexte, woraus sich eine Pentatonik (C D E G A) ergibt. Beim Moll-Dreiklang sind es ebenfalls die Sekunde (= None), aber als zweiter Ton ist eine kleine Septime dabei, wodurch ein Moll 7/9-Akkord entsteht.
Die Tonfolge habe ich bei diesem triolischen Motiv so gewählt, dass sie sich am Besten abwechselnd mit den beiden Schlägeln der Melodiehand spielen lassen. Auf diese Weise ausgeführt, ist es ein wirklich sehr effektives Training der Rotationsbewegung des Unterarms für die Hände, weil sie ja im Wechsel sowohl die Figur als auch die Akkordbegleitung übernehmen.
Zur Vergrößerung der Unabhängigkeit der beiden Hände und maximaler Kontrolle probiert mal entweder den einen oder den anderen Schlägel – Rotation please! – dieser Figur mit Akzenten zu spielen. Das ist leichter gesagt als getan.
Auch ohne hervorstechende Betonungen läßt sich diese Figur sehr schön wie eine Welle mit Crescendo und leichter Beschleunigung bzw. Decrescendo und leichter Abbremsung (also Dynamik und Agogik) ausführen. Um das Triolenmotiv zu erarbeiten, ist es empfehlenswert die Akkordbegleitung zunächst wegzulassen. Hat die jeweilige Hand es dann so gut im Gefühl, dass die Schlägel fast von alleine die Töne ansteuern, kommt die Begleithand einfach dazu.
Bei der Figur auf Seite 28 bereichern die Sekunde und Sexte als „Umspielung“ oder „Vorhalt“ den Grunddreiklang (Dur und Moll) und der bewegte Rhythmus lenkt völlig davon ab, dass die Tonfolge ja tasächlich mit einem „Radiddlepa“ (R.H. 1221, 2112 / L.H. 4334, 3443) gespielt wird.
Wer sich damit auskennt: Mit Akzenten (Betonungen) können hier gut die energetisch markanten Positionen einer „Afro-Clave“ hervorgehoben werden.
Solche Figuren durch den ganzen „Quintenzirkel“ zu spielen, bedeutet natürlich unglaublich viel Arbeit. Jede(r) Spieler(in) merkt jedoch auch schon beim Ausprobieren von nur einigen ungewohnten Tonarten, wieviel Sicherheit man beim Umgang mit dem Tonraum des Zwölftonsystems gewinnt.
Zur Projektseite mit allen „Marimba-Übungen“ (PDF) und weiteren Infos.
Neben dem Training (Schwerpunkt hierbei:) der Rotationsbewegung des Unterarms der Melodiehand sind es ja auch Figuren, die mit gängigen Harmonien (Dur-Pentatonik und Moll 7/9, Moll 6/9) arbeiten, was immer auch Gehörbildung mit einbezieht. Und man hört logischerweise wohl verdammt genau hin, wenn man ein- und dieselbe Figur durch verschiedene Tonarten jagt.
bum






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